Die Kinder von Hoheneck

 

Bei der Überstellung der Frauen aus den Speziallagern nach Hoheneck, waren die DDR-Behörden nicht auf das Vorhandensein von Kindern vorbereitet. Um das Problem zu lösen, wurden daher alle Kinder eines Tages zu einer ärztlichen Untersuchung befohlen. Dabei wurden sie heimlich auf Fahrzeuge verladen und zunächst nach Leipzig in ein Krankenhaus in der Waldstrasse gebracht, während die Mütter vor der Tür und in den Zellen auf sie warteten. Hier galten sie zunächst als namenlose "Kinder der Landesregierung".

Auch die später in der Anstalt geborenen Kinder wurden den Müttern nach kurzer Zeit stets weggenommen und in der Regel in Kinderheime gebracht. Dabei trugen die Kinder lediglich einen Zettel bei sich, auf dem ihr Name und das Geburtsdatum vermerkt waren, sowie den Vermerk, dass sie von den Unterbringungskosten befreit waren.

Bedingt durch die Haftbedingungen und die schlechte Ernährung starben, wie schon in den Speziallagern zuvor, auch in Hoheneck nicht nur inhaftierte Frauen sondern immer wieder auch in der Haft geborene Kinder.

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